Zehntenscheune Dietikon

Sanierung einer 400-jährigen Scheune zum Kulturraum

Aussenansicht Zehntenscheune Dietikon mit erneuertem Tor und Ziegeldach

© Federico Farinatti, Zürich

Die historische Zehntenscheune in Dietikon aus dem Jahr 1600 wurde sorgfältig saniert und zu einem öffentlichen Veranstaltungsort umgenutzt. Das Projekt verbindet den respektvollen Umgang mit der historischen Bausubstanz mit modernen architektonischen Eingriffen. Die bestehende Zimmermannskonstruktion blieb weitgehend sichtbar und prägt heute den Veranstaltungsraum für rund 120 Personen. Durch gezielte Ergänzungen und präzise handwerkliche Eingriffe entstand ein zeitgemässer Kulturraum mit hoher atmosphärischer Qualität.

5,9 Tonnen
CO₂ dauerhaft im Gebäude gespeichert

Architektonisches Konzept

Das Projekt basiert auf der Idee, den Bestand als Ressource und Ausgangspunkt der Transformation zu verstehen. Die ursprüngliche Typologie der Scheune blieb erhalten und wurde weiterentwickelt. Historische Bauteile wurden ergänzt statt ersetzt. Neue Elemente wie Galerie, Akustikverkleidungen und Erschliessung wurden feinfühlig integriert und nehmen Bezug auf die bestehende Struktur. Die sichtbare Holzkonstruktion und die sorgfältige Materialwahl schaffen eine starke räumliche Identität.

Erschliessungsbereich mit Holzbalkendecke und Blick nach aussen

Bauweise & Dämmung

Das Hauptdach wurde mit einer diffusionsoffenen Konstruktion und isofloc Zellulose-Einblasdämmung ausgeführt. Die Dämmung erfolgte mittels Einblasdämmung Zellulose in Kombination mit einer Sparrenaufdopplung. Der konstruktive Aufbau orientiert sich an nachhaltigen und langlebigen Bauprinzipien sowie an einer ressourcenschonenden Sanierung bestehender Bauteile.

Detail des historischen Eingangsbogens mit zeitgenössischem Eingang

Herausforderungen & nachhaltige Aspekte

Eine zentrale Herausforderung bestand im sensiblen Umgang mit der historischen Bausubstanz. Ziel war es, möglichst viel Originalsubstanz zu erhalten und gleichzeitig heutige Anforderungen an Nutzung, Brandschutz, Akustik und Energieeffizienz zu erfüllen. Durch die Wiederverwendung bestehender Materialien sowie die Ergänzung statt Ersetzung von Konstruktionsteilen konnte der Charakter des Gebäudes bewahrt werden. Die eingesetzte Zellulosedämmung unterstützt zusätzlich die nachhaltige Gesamtstrategie des Projekts.

Holztreppe und Galerie im Veranstaltungsraum
„Die Zehntenscheune in Dietikon ist ein Beispiel dafür, wie Architektur über Jahrhunderte hinweg wirksam bleibt, wenn man ihr zuhört."
Porträt Marco Zünd, Buol & Zünd Architekten

„Wir haben uns für Isofloc entschieden, weil zwei Eigenschaften ideal zum Projekt passten: das spezifische Gewicht und das hygroskopische Verhalten. Das eine dient der Raumakustik, das andere dem historischen Dachstuhl."

Marco Zünd

  • Dipl. Arch. HTL/BSA, Buol & Zünd Architekten